Ohne Abo, Einmalkauf, Desktop

Rechnungsprogramm ohne Abo: was es 2026 noch gibt

Viele Selbstständige möchten ihr Rechnungsprogramm einmal kaufen und dann in Ruhe nutzen. Unsere Prüfung von 15 Programmen zeigt ein klares Bild: Einen Einmalkauf bietet kein kommerzieller Anbieter mehr an, auch nicht für die Desktop-Versionen. Ohne Abo bleiben eine Open-Source-Software und eine Freeware, beide mit Einschränkungen, die du kennen solltest.

2 von 15 Programmen ohne Abo Geprüft am 08.10.2026 Mit Pflichten bei lokaler Software

Das Wichtigste in Kürze

  • Ohne Abo funktionieren im Vergleich nur Fakturama (Open Source für Windows, macOS und Linux) und 123RECHNUNG (Freeware für Windows). Beide sind kostenlos.
  • Kein Einmalkauf mehr: Auch die lokal installierbaren Versionen von WISO MeinBüro und orgaMAX werden im Jahresabo bzw. pro Monat bei jährlicher Abrechnung verkauft.
  • Fakturama wird aktiv weiterentwickelt (Version 2.2.0 vom 30.05.2026) und exportiert ZUGFeRD. 123RECHNUNG hat keine erkennbare E-Rechnungsfunktion, der letzte datierte Release-Beitrag stammt von 2020.
  • Lokale Software heißt Eigenverantwortung: Unveränderbare Ablage nach GoBD, acht Jahre Aufbewahrung und die Datensicherung musst du selbst organisieren.
  • Pragmatische Alternative: ein monatlich kündbares Cloud-Abo oder ein dauerhaft kostenloser Cloud-Tarif, der ohne Zahlung, aber mit Konto beim Anbieter läuft.

Was „ohne Abo“ in der Praxis bedeuten kann

Hinter dem Wunsch nach einem Rechnungsprogramm ohne Abo stecken meist zwei Anliegen: keine laufenden Kosten und keine Abhängigkeit von einem Anbieter. Die fünf Modelle, die wir in den Daten gefunden haben, erfüllen diese Anliegen sehr unterschiedlich.

ModellBeispiele aus dem VergleichKostenHaken
Open SourceFakturama0 €, Spenden möglichLibreOffice bzw. OpenOffice nötig, auf macOS zusätzlich ein Java-JDK; Archiv und Sicherung in Eigenregie
Freeware123RECHNUNG0 €nur Windows, keine E-Rechnung erkennbar, letzter datierter Release 2020
Desktop-Software im AboWISO MeinBüro Desktop Basis, orgaMAX ERP (lokale Windows-Installation)17,90 € im Monat im Jahresabo (WISO); orgaMAX ERP 49 € bzw. 79 € im Monat bei jährlicher Abrechnung1läuft lokal, ist aber trotzdem ein Abo; nur Windows
Cloud-Gratis-TarifsevDesk, BillingEngine, easybill, Papierkram, SumUp, Zervant, Fakturen0 €Mengengrenzen, Logos oder Wasserzeichen; Daten liegen beim Anbieter
Monatlich kündbares Aboz. B. Lexware Office, FastBill, BillingEngine, Billomat, Papierkramab 7,50 € monatlich (BillingEngine Basic)laufende Kosten, dafür Updates, E-Rechnung und Archiv inklusive

1 orgaMAX zeigt für jede ERP-Variante 49 € und 79 €; welcher Preis zur lokalen und welcher zur Cloud-Installation gehört, ist auf der Preisseite nicht eindeutig. Netto, Stand Oktober 2026, Preise ohne Gewähr.

Fakturama: Open Source mit ZUGFeRD-Export

Fakturama ist eine plattformübergreifende Faktura-Software, die als Open-Source-Projekt entwickelt wird und kostenlos heruntergeladen werden kann; der Preis liegt also bei 0 €, Spenden an das Projekt sind möglich. Sie läuft unter Windows, auf macOS mit Intel- und ARM-Prozessoren sowie unter Linux. Für die Dokumente nutzt Fakturama den Writer von LibreOffice, weshalb LibreOffice oder OpenOffice installiert sein muss; auf dem Mac ist außerdem ein separates Java-JDK nötig.

Der Funktionsumfang reicht von Angeboten und Auftragsbestätigungen über Lieferscheine und Rechnungen bis zu Mahnungen. Für Onlinehändler gibt es Webshop-Connectoren. Rechnungen lassen sich als ZUGFeRD exportieren, und in den Versionshinweisen zu 2.1.2d ist von korrigierten Einstellungen für XRechnung die Rede. Umsatzsteuer-Voranmeldung und EÜR erledigt Fakturama nicht selbst; dafür verweist das Projekt auf eine separate Partner-Software, an die die Daten per ZUGFeRD übergeben werden.

Das Projekt ist aktiv: Version 2.2.0 erschien am 30.05.2026, eine Beta von 2.2.1 am 22.09.2026. Zu wiederkehrenden Rechnungen, zur Kleinunternehmerregelung, zu GoBD-Funktionen und zu einem DATEV-Export haben wir auf der Projektseite keine Angaben gefunden; diese Felder stehen in unserem Datensatz deshalb leer.

Website von Fakturama →

123RECHNUNG: Freeware mit Fragezeichen

123RECHNUNG ist eine Windows-Software eines österreichischen Einzelunternehmers, die ihre Daten lokal speichert und seit Version 1.0.2.184 aus dem Jahr 2018 als kostenlose Vollversion angeboten wird, also für 0 €. Sie erstellt Angebote, Rechnungen, Lieferscheine und Mahnungen und kann für die Kleinunternehmerregelung in Deutschland und Österreich die Umsatzsteuer ausblenden. Getestet ist sie laut Anbieter auf Windows 7 und 10.

Zwei Punkte sprechen gegen den Einsatz im Geschäftskundengeschäft. Eine E-Rechnungsfunktion ist weder auf der Startseite noch auf der Release-Seite erkennbar, und der letzte datierte Release-Beitrag (Version 1.1.0.197) stammt von Juni/Juli 2020; die Download-Seite nennt Version 1.1.0.207 ohne Datum. Ob die Software künftige Rechtsänderungen nachzieht, ist damit offen. Achte außerdem auf die Adresse: Das Produkt liegt auf 123rechnung.com, die Domain 123rechnung.de steht bei einem Domainhändler zum Verkauf.

Website von 123RECHNUNG →

Lokale Software: Diese Pflichten übernimmst du selbst

Ein Cloud-Rechnungsprogramm archiviert Rechnungen in der Regel so, dass sie nachträglich nicht unbemerkt geändert werden können. Bei einer lokal installierten Software liegt diese Verantwortung bei dir. Die Abgabenordnung formuliert den Grundsatz knapp:

„Eine Buchung oder eine Aufzeichnung darf nicht in einer Weise verändert werden, dass der ursprüngliche Inhalt nicht mehr feststellbar ist.“
§ 146 Abs. 4 Satz 1 AO, www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__146.html

Die Finanzverwaltung konkretisiert das in den GoBD und nennt dabei ausdrücklich die einfache Dateiablage:

„Die Ablage von Daten und elektronischen Dokumenten in einem Dateisystem erfüllt die Anforderungen der Unveränderbarkeit regelmäßig nicht, soweit nicht zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, die eine Unveränderbarkeit gewährleisten.“
GoBD, BMF-Schreiben vom 28.11.2019, Rz. 110, www.lfst.bayern.de/fileadmin/RESSOURCEN/INFORMATIONEN/Steuerinfos/Weitere_Themen/Aussenpruefung/2019-11-28-GoBD-1.pdf
  • Unveränderbare Ablage: Ausgangsrechnungen, die du elektronisch aufbewahrst, gehören in ein System mit Schreibschutz, Protokollierung oder Versionierung, nicht nur in einen Ordner auf der Festplatte.
  • Acht Jahre Aufbewahrung: § 14b Abs. 1 UStG verlangt, ein Doppel jeder ausgestellten Rechnung acht Jahre aufzubewahren, gerechnet ab dem Ende des Kalenderjahres der Ausstellung.
  • Datensicherung: Ein Festplattendefekt darf das Rechnungsarchiv nicht mitnehmen; regelmäßige Sicherungen an einem zweiten Ort sind bei lokaler Software Pflichtprogramm.
  • Rechtsänderungen: Neue Pflichtangaben, Umsatzgrenzen oder E-Rechnungsformate muss die Software per Update nachziehen. Bei einem Projekt ohne erkennbare Updates trägst du dieses Risiko.
  • E-Rechnung: Für Rechnungen an inländische Unternehmen endet die Übergangszeit je nach Umsatz Ende 2026 oder Ende 2027 (§ 27 Abs. 38 UStG). Ohne E-Rechnungsfunktion ist ein Programm dann nur noch für Ausnahmen nutzbar; welche das sind, steht unter Ausnahmen von der E-Rechnungspflicht.

Wann eine Software ohne E-Rechnung trotzdem genügt: Kleinunternehmer dürfen ihre Rechnungen nach § 34a UStDV immer als sonstige Rechnung übermitteln, Rechnungen bis 250 € (§ 33 UStDV) ebenfalls, und Rechnungen an Privatkunden fallen nicht unter die Pflicht. Wie eine Kleinunternehmer-Rechnung aussieht, zeigt Kleinunternehmer-Rechnung schreiben.

Quellen

Abo oder kein Abo: eine Beispielrechnung

Ob ein Abo teuer ist, zeigt sich erst über mehrere Jahre. Die folgende Rechnung multipliziert die regulären Netto-Preise aus unserem Vergleich mit 36 Monaten; Rabatte und Aktionen sind nicht berücksichtigt.

LösungMonatspreis nettoKosten über 3 JahreWas im Preis steckt
Fakturama0 €0 €Software; Archiv, Sicherung und Updates in Eigenregie
BillingEngine Basic (jährlich)6 €216 €30 Rechnungen pro Monat, E-Rechnung, Archiv, Mahnwesen
FastBill Solo (jährlich)9 €324 €E-Rechnung senden und empfangen, Bankverbindung, DATEV-Export
Lexware Office M (monatlich kündbar)12,90 €464,40 €Rechnungen, Mahnungen, E-Rechnung, GoBD-Archiv, App
WISO MeinBüro Desktop Basis (Jahresabo)17,90 €644,40 €lokale Windows-Installation

Rechenbeispiel, Stand Oktober 2026, Preise ohne Gewähr. Lexware Office nennt für Neukunden zusätzlich 50 % Rabatt in den ersten drei Monaten.

Die Beispielrechnung zeigt, dass die Kosten eines günstigen Cloud-Abos überschaubar bleiben, während der Gegenwert, nämlich Archiv, E-Rechnung und laufende Anpassung an Rechtsänderungen, bei Gratis-Desktop-Software als eigener Aufwand anfällt. Welcher Weg für dich günstiger ist, hängt daran, wie viel Zeit du in diese Aufgaben stecken möchtest. Alle Programme mit Preisen stehen im Rechnungsprogramm-Vergleich, die kostenlosen Cloud-Tarife unter kostenlose Rechnungsprogramme.

Stand Oktober 2026. Alle Angaben wurden am 08.10.2026 auf den Preis- und Funktionsseiten der Anbieter geprüft. Preise ohne Gewähr; Links mit dem Zusatz (Anzeige) sind Partnerlinks, über die wir bei einem Abschluss eine Provision erhalten, ohne dass sich der Preis für dich ändert.

Häufige Fragen zum Rechnungsprogramm ohne Abo

In unserem Vergleich von 15 Programmen bietet kein kommerzieller Anbieter einen Einmalkauf an. Auch die Desktop-Versionen von WISO MeinBüro und orgaMAX werden im Jahresabo bzw. pro Monat bei jährlicher Abrechnung verkauft. Ohne Abo kommen nur Fakturama (Open Source) und 123RECHNUNG (Freeware) aus.
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Die Projektseite macht keine Angaben zu GoBD-Funktionen, und bei lokaler Software hängt die Unveränderbarkeit der Ablage davon ab, wie du Archiv und Sicherung organisierst. Die GoBD halten fest, dass eine Ablage im Dateisystem die Unveränderbarkeit regelmäßig nicht erfüllt, solange keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden.
Eine E-Rechnungsfunktion ist auf den Seiten des Anbieters nicht erkennbar, und der letzte datierte Release-Beitrag stammt von 2020. Für Rechnungen an inländische Unternehmen, die nach den Übergangsfristen eine E-Rechnung verlangen, ist die Software deshalb nicht geeignet.
Ja: Fakturama läuft nativ auf macOS mit Intel- und ARM-Prozessoren, braucht aber LibreOffice oder OpenOffice und ein separat installiertes Java-JDK. 123RECHNUNG und die Desktop-Version von WISO MeinBüro gibt es nur für Windows.
Im Sinne von „keine laufenden Kosten“ ja, im Sinne von „nicht an einen Anbieter gebunden“ nein. Die Daten liegen beim Anbieter, und die Gratis-Tarife haben Grenzen wie drei Rechnungen im Monat oder drei Kontakte. Die Gratis-Tarife im Vergleich

Fazit: ohne Abo nur mit Eigenleistung

Wer kein Abo möchte, findet mit Fakturama eine gepflegte Open-Source-Lösung, die ZUGFeRD exportiert. Archiv, Sicherung und Updates bleiben dann deine Aufgabe. Wer diese Arbeit abgeben möchte, fährt mit einem monatlich kündbaren Cloud-Tarif besser.

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