GmbH-Buchhaltung ist komplexer als EÜR – doppelte Buchführung, Jahresabschluss, Lohnbuchhaltung. Die meisten Cloud-Tools sind aber für Selbstständige konzipiert. Wir klären auf, was wirklich passt.
Die meisten bekannten Cloud-Tools für Buchhaltung (sevDesk, Lexware Office, FastBill) wurden für Selbstständige, Freelancer und Kleinunternehmer mit EÜR entwickelt. Für eine vollständige GmbH-Buchführung nach HGB – mit doppelter Buchführung, Bilanz, GuV, Anhang und Offenlegungspflicht – sind diese Tools allein nicht ausreichend. Für die laufende Belegerfassung und Rechnungsstellung sind sie aber sehr nützlich, wenn ein Steuerberater den Jahresabschluss übernimmt.
Was eine GmbH rechtlich und praktisch benötigt – und was die Tools leisten
Pflicht für jede GmbH nach HGB §238. Jede Transaktion wird auf zwei Konten gebucht (Soll/Haben). Die meisten Cloud-Tools bieten keine echte doppelte Buchführung – sie sind EÜR-orientiert.
Jahresabschluss einer GmbH besteht aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang. Dieser muss auch beim Bundesanzeiger offengelegt werden. Das übernimmt fast immer ein Steuerberater.
Bei Mitarbeitern ist eine korrekte Lohnbuchhaltung mit Lohnsteueranmeldung und Sozialversicherungsmeldungen Pflicht. Die meisten Cloud-Tools unterstützen dies nur rudimentär – separate Lohnbuchhaltungssoftware oder ein Steuerberater sind empfehlenswert.
DATEV ist der Standard bei deutschen Steuerberatern. Eine DATEV-Schnittstelle ermöglicht den reibungslosen Datentransfer. sevDesk und Lexware Office bieten die besten DATEV-Anbindungen im Test.
Die BWA gibt monatlich Auskunft über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Banken fordern sie oft bei Kreditanträgen. Einige Tools erstellen vereinfachte BWAs.
Jede GmbH muss ihren Jahresabschluss beim Bundesanzeiger offenlegen. Kleine GmbHs können vereinfachte Jahresabschlüsse einreichen. Das übernimmt der Steuerberater mit DATEV.
| Software | Doppelte Buchführung | DATEV-Export | Lohnbuchhaltung | Jahresabschluss | BWA | Preis/Monat |
|---|---|---|---|---|---|---|
| sevDesk | ✗ EÜR-fokussiert | ✓ DATEV direkt | ✗ | ✗ | ✓ vereinfacht | ab 0 € |
| Lexware Office | ✗ EÜR-fokussiert | ✓ sehr gut | ✗ | ✗ | ✗ | ab 7,90 € |
| FastBill | ✗ EÜR-fokussiert | ✓ DATEV-Export | ✗ | ✗ | ✗ | ab 14 € |
| WISO MeinBüro | ✓ teilweise | ✓ DATEV | ✓ Modul | ✓ eingeschränkt | ✓ ja | ab 7 € |
| BuchhaltungsButler | ✗ | ✓ DATEV | ✗ | ✗ | ✗ | ab 29 € |
| BillingEngine | ✗ | ✗ | ✗ | ✗ | ✗ | kostenlos |
Hinweis: Vollständige doppelte Buchführung nach HGB für GmbHs erfordert in der Regel einen Steuerberater mit DATEV. Stand: Mai 2026, Preise ohne Gewähr.
Die richtige Software hängt von Ihrer Unternehmenssituation ab
Empfehlung: Lexware Office oder sevDesk für laufende Belege, Rechnungsstellung und DATEV-Export an den Steuerberater. Der Steuerberater übernimmt Jahresabschluss, Bilanz und Steuererklärung. Das ist die einfachste und günstigste Lösung für kleine GmbHs.
Empfehlung: WISO MeinBüro als umfangreichste Lösung mit Warenwirtschaft, Lohnbuchhaltungsmodul und BWA. Kombinieren Sie das mit einem DATEV-Steuerberater für den Jahresabschluss. WISO bietet die breiteste Funktionspalette für wachsende Unternehmen.
Empfehlung: BuchhaltungsButler für automatisierte Belegerfassung und -kategorisierung. Das Tool lässt sich gut in bestehende Steuerberater-Workflows integrieren und spart viel manuellen Aufwand bei der Belegerfassung.
WISO MeinBüro hat den breitesten Funktionsumfang im Test und kommt am nächsten an eine vollständige GmbH-Buchhaltungslösung heran. Mit dem optionalen Lohnbuchhaltungsmodul können auch GmbHs mit wenigen Mitarbeitern die wichtigsten Aufgaben selbst erledigen. Für den Jahresabschluss und die Bilanz bleibt der Steuerberater unverzichtbar. → Zum ausführlichen WISO MeinBüro Test
sevDesk ist für kleine GmbHs mit Steuerberater eine ausgezeichnete Wahl: Die DATEV-Direktanbindung ermöglicht das einfache Übergeben aller Belege an den Steuerberater. Die automatische OCR-Beleserkennung spart viel manuelle Arbeit. Für laufende Buchhaltung und Rechnungsstellung ist sevDesk sehr gut – den Jahresabschluss übernimmt der Steuerberater. → Zum ausführlichen sevDesk Test
BuchhaltungsButler ist ideal für GmbHs mit hohem Belegvolumen und einer starken Zusammenarbeit mit dem Steuerberater. Die KI-gestützte Belegkategorisierung spart erheblich Zeit. Besonders interessant für GmbHs, die ihre Buchhaltung weitgehend automatisieren möchten. → Zum ausführlichen BuchhaltungsButler Test
Ja. Jede GmbH und UG (haftungsbeschränkt) ist nach HGB §238 verpflichtet, Bücher zu führen – das bedeutet doppelte Buchführung (Soll/Haben), Jahresabschluss mit Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang. Eine einfache EÜR ist für GmbHs nicht zulässig.
Die meisten Cloud-Tools (sevDesk, Lexware Office, FastBill) sind auf EÜR ausgerichtet und erstellen keine vollständige HGB-Bilanz. WISO MeinBüro bietet die umfangreichsten Funktionen im Test, aber für eine rechtskonforme GmbH-Bilanz brauchen Sie in der Regel einen Steuerberater mit DATEV.
Technisch ja, rechtlich aber heikel. Eine GmbH-Buchführung ist komplex (Kontenrahmen SKR03/SKR04, Jahresabschluss, Offenlegungspflicht). Die meisten GmbH-Geschäftsführer nutzen ein Cloud-Tool für laufende Belegerfassung und Rechnungsstellung, und beauftragen einen Steuerberater für Jahresabschluss und Steuererklärung.
DATEV ist die Standard-Software der deutschen Steuerberater. Eine DATEV-Schnittstelle in Ihrer Buchhaltungssoftware ermöglicht den nahtlosen Datentransfer an den Steuerberater – das spart Zeit und vermeidet Übertragungsfehler. sevDesk und Lexware Office bieten die besten DATEV-Anbindungen im Test.
Für eine kleine 1-Person-GmbH mit Steuerberater empfehlen wir sevDesk oder Lexware Office für die laufende Belegerfassung und Rechnungsstellung. Der Steuerberater übernimmt Jahresabschluss und Bilanz. Das ist die kosteneffizienteste Lösung.
Die Cloud-Tools starten ab ca. 7,90 €/Monat (Lexware Office) bis ca. 25,90 €/Monat (sevDesk Buchhaltung). Hinzu kommen die Steuerberaterkosten für Jahresabschluss und Steuererklärung – typischerweise 1.500 bis 5.000 € jährlich je nach Unternehmensgröße. Alle Preise ohne Gewähr, Stand Mai 2026.
Kombinieren Sie ein gutes Cloud-Tool für laufende Belege mit einem DATEV-Steuerberater. Das spart Zeit und Kosten – und hält Sie rechtlich auf der sicheren Seite.
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