Kanzlei-Systeme für die Mandanten-Lohnabrechnung

Lohnsoftware für Steuerberater: Welche Systeme Kanzleien für die Mandanten-Lohnabrechnung nutzen

Steuerberatungskanzleien und Lohnbüros rechnen den Großteil aller Löhne in Deutschland ab – mit Systemen, die anders gebaut sind als die Lohnsoftware für den einzelnen Betrieb: mandantenfähig, an das Rechenzentrum angebunden, mit Baulohn und Pfändungen im Standard. Ein Überblick über DATEV, edlohn, Agenda und ADDISON – und was das für dich als Mandant bedeutet.

6 Kanzlei-Systeme Angaben der Anbieter, Stand September 2026 inkl. Mandanten-Perspektive

Das Wichtigste in Kürze

  • DATEV ist der Standard. Mit DATEV LODAS und DATEV Lohn und Gehalt werden nach Angaben von DATEV monatlich rund 14,5 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland abgerechnet – die beiden Programme unterscheiden sich vor allem darin, ob die Abrechnung im DATEV-Rechenzentrum oder vor Ort läuft.
  • edlohn (eurodata) ist die größte Cloud-Alternative: 6,6 Millionen Abrechnungen und 14,3 Millionen Meldungen pro Jahr für 56.000 Mandanten, ITSG-zertifiziert, Baulohn inklusive, Abrechnung nach Preis je Lohnabrechnung.
  • Agenda und ADDISON (Wolters Kluwer) sind Kanzlei-Komplettsysteme mit eigenem Lohn-Modul; DATALINE deckt mit bis zu zehn Mandanten den Einstieg für kleine Lohnbüros ab.
  • Für Mandanten: Die Kanzlei-Software bestimmt, wie du Daten anlieferst (Personio und HRworks übergeben direkt an DATEV). Wer die Lohnabrechnung günstiger haben will, kann sie ab 8,90 €/Fall an ein Lohnbüro geben oder ab 12,90 €/Monat selbst abrechnen.

Der Markt: Warum fast alle Kanzleien DATEV nutzen

Wer die Lohnabrechnung über seinen Steuerberater laufen lässt, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit nie den Namen der Software gehört, mit der sie erstellt wird – und sie heißt fast immer DATEV. Die Genossenschaft aus Nürnberg gehört ihren Mitgliedern, den Steuerberatern, und hat über Jahrzehnte die Infrastruktur aufgebaut, an der die Branche hängt: das eigene Rechenzentrum, die Übermittlungswege zu Finanzverwaltung, Krankenkassen und Berufsgenossenschaften, die Anbindung an die Finanzbuchhaltung im DATEV-Rechnungswesen und die Schnittstellen, über die Mandanten Daten anliefern.

Nach eigenen Angaben werden mit den beiden DATEV-Lohnprogrammen monatlich rund 14,5 Millionen Arbeitnehmer abgerechnet. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es etwa 35 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, dazu Minijobber und Beamte. Ein erheblicher Teil aller Lohnabrechnungen im Land läuft also über eine einzige Softwarefamilie. Das prägt den Markt: Alternative Systeme werden vor allem daran gemessen, ob sie sich in DATEV-Prozesse einfügen – etwa über den Buchungsstapel für das Rechnungswesen.

Für Kanzleien hat das eine zweite Konsequenz: Lohn ist personalintensiv, und Lohnsachbearbeiter sind knapp. DATEV bietet deshalb inzwischen eine eigene Lohndienstleistung an, bei der DATEV-Mitarbeiter die Abrechnung für eine Kanzlei übernehmen – befristet bis sechs Monate oder dauerhaft ab einem Jahr. Dass der Marktführer selbst zum Dienstleister wird, sagt viel über den Fachkräftemangel im Lohn.

Kanzlei-Lohnsoftware im Überblick

Alle Angaben stammen von den Anbieterseiten (abgerufen 22.09.2026, DATEV-Lizenzpreise aus der Preisliste Stand 01/2026). Kanzlei-Systeme werden individuell angeboten – die Tabelle zeigt, was öffentlich ist.

SystemAnbieterBetriebZielgruppePreismodellBesonderheit
DATEV LODASDATEV eG, NürnbergDATEV-RechenzentrumKanzleien mit großen Mandantenbeständen, Abrechnung zum MonatsendeLizenz ab 27,20 €/Monat (classic) bzw. 45,46 € (comfort), zzgl. Grundpreis je Arbeitnehmer über die KanzleiÖffentlicher Dienst abrechenbar, Baulohn, Pfändungen
DATEV Lohn und GehaltDATEV eG, Nürnbergvor Ort in der Kanzleikleinere Mandanten, Abrechnungen auch außerhalb des Monatslaufswie LODAS; jede weitere Lizenz 7,93 € (classic) bzw. 13,66 € (comfort)Baulohn, Pfändungen; kein öffentlicher Dienst
edlohneurodata AG, SaarbrückenCloud (deutsches Rechenzentrum)Steuerberater, Lohnbüros, SelbstbucherPreis je Lohnabrechnung, all-in mit Updates, Support, Online-Lernen56.000 Mandanten, 6,6 Mio. Abrechnungen/Jahr, ITSG, ISO 27001/22301
Agenda LohnAgenda Informationssysteme, RosenheimKanzlei-KomplettsystemSteuerberaterauf Anfrage380.000 Nutzer im Komplettsystem laut Anbieter
ADDISONWolters KluwerKanzlei-KomplettsystemSteuerberaterauf AnfrageLohn-Modul innerhalb der Kanzleisoftware; HR-Suiten wie HRworks übergeben direkt an ADDISON
DATALINE Lohnabzug XLDATALINEWindows-Desktopkleine Lohnbüros bis 10 Mandanten1.499 €/Jahr für bis zu 200 Abrechnungen/MonatGKV-Zertifikat, DEÜV/ELSTER, DATEV-Buchungslisten-Export

Wir bewerten Kanzlei-Systeme bewusst nicht mit Noten: Sie lassen sich ohne Kanzleizugang nicht nach unserer Testmethodik prüfen, und die tatsächlichen Kosten hängen von individuellen Verträgen ab. Die Tabelle ist eine Einordnung, kein Test.

DATEV LODAS oder DATEV Lohn und Gehalt – der Unterschied

Die beiden DATEV-Programme leisten fachlich dasselbe: Lohn- und Gehaltsabrechnung mit allen Meldeverfahren, Baulohn, Pfändungen, automatischer Datenübermittlung an Institutionen und branchenspezifische Meldestellen, Archivierung für Prüfungen und Anbindung an vor- und nachgelagerte Systeme. Der Unterschied liegt darin, wo gerechnet wird – und das entscheidet, für welche Kanzlei welches Programm passt:

DATEV LODASDATEV Lohn und Gehalt
Verarbeitungim DATEV-Rechenzentrumvor Ort auf dem Kanzleirechner
Passt fürgroße Mandantenbestände mit Abrechnung zum Monatsendekleinere Mandanten und Abrechnungen außerhalb des festen Laufs
Öffentlicher Dienst janein
Baulohn ja ja
Lizenz classic27,20 €/Monat, weitere Lizenz 7,93 €27,20 €/Monat, weitere Lizenz 7,93 €
Lizenz comfort45,46 €/Monat, weitere Lizenz 13,66 €45,46 €/Monat, weitere Lizenz 13,66 €

Netto-Lizenzpreise aus der DATEV-Preisliste für Unternehmen (Stand 01/2026). Zusätzlich fällt je Arbeitnehmer und Monat ein Abrechnungsgrundpreis für die DATEV-Cloud-Services an, den DATEV nicht öffentlich ausweist – die Preisliste verweist dafür an die Steuerberatung. Einen öffentlichen DATEV-Preis „pro Lohnabrechnung“ gibt es nicht.

Unternehmen können beide Programme auch mit eigener Lizenz betreiben. Sinnvoll ist das, wenn eine Lohn-Fachkraft im Haus ist und die Kanzlei ohnehin im DATEV-Rechnungswesen bucht. Für kleine Betriebe ohne Fachkraft ist das selten der richtige Weg – dafür gibt es die Selbstabrechner-Programme im Lohnsoftware-Vergleich →. Details: DATEV Lohnlösungen für Kanzleien.

edlohn – die Cloud-Alternative aus Saarbrücken

edlohn ist das Lohnsystem der eurodata AG und die wohl größte Alternative zu DATEV im Kanzleimarkt. Es läuft vollständig im Browser aus einem eurodata-Rechenzentrum in Deutschland (ISO 27001 und ISO 22301 zertifiziert), ist ITSG-zertifiziert und rechnet nach eigenen Angaben 6,6 Millionen Lohnabrechnungen im Jahr ab, verschickt dabei 14,3 Millionen elektronische Meldungen und betreut 56.000 Mandanten – seit 61 Jahren im Geschäft.

Der Zuschnitt ist auf Kanzleien und Lohnbüros ausgelegt: ein Rechtekonzept für die Arbeit mit vielen Mandanten, Baulohn und Sonderabrechnungsfälle im Standard, automatisierte Meldeverfahren und Schnittstellen zur elektronischen Datenübermittlung an Finanzverwaltung und Sozialversicherung. Abgerechnet wird nach Kosten je Lohnabrechnung als „all-in“-Preis, in dem Updates, Support und das Online-Lernangebot enthalten sind. Neben Kanzleien setzen auch Unternehmen mit eigenem Lohn-Fachwissen edlohn als Selbstbucher ein.

Konkrete Preise nennt eurodata nur auf Anfrage. edlohn bei eurodata.

Agenda, ADDISON, DATALINE – die weiteren Systeme

Agenda – Kanzlei-Komplettsystem aus Rosenheim

Agenda positioniert sich als Komplettsystem für Steuerberater mit Lohn, Rechnungswesen und Kanzleiorganisation aus einer Hand und nennt 380.000 Nutzer. Details zum Lohn-Modul, zu Preisen und Mandantenfunktionen veröffentlicht der Anbieter nicht auf der Website, sondern im Gespräch. agenda-software.de.

ADDISON – die Kanzleisoftware von Wolters Kluwer

ADDISON ist die Kanzleisoftware von Wolters Kluwer mit eigenem Lohn-und-Gehalt-Modul. Wie bei DATEV ist die Einbindung in die Kanzleiprozesse der Kern – und wie DATEV wird ADDISON von HR-Systemen als Übergabeziel unterstützt: HRworks etwa liefert lohnrelevante Daten wahlweise an DATEV oder ADDISON. Preise und Funktionsdetails gibt es beim Anbieter; die Produktseite war für uns zum Prüfzeitpunkt nicht abrufbar, weshalb wir hier bewusst keine weiteren Angaben machen.

DATALINE – der Einstieg für kleine Lohnbüros

Wer als Lohnbüro oder Buchhaltungsservice bis zu zehn Mandanten abrechnet, braucht kein Kanzlei-Komplettsystem. DATALINE Lohnabzug ist eine Windows-Desktop-Software mit Jahreslizenz: Tarif LOHN L (999 €/Jahr) deckt 50 Abrechnungen im Monat und vier Mandanten ab, LOHN XL (1.499 €/Jahr) 200 Abrechnungen und zehn Mandanten – jeweils mit GKV-Zertifikat, DEÜV- und ELSTER-Verfahren und einem DATEV-Buchungslisten-Export, über den die Lohnbuchungen an eine Kanzlei gehen können. Preise zzgl. USt., Stand Juli 2026, dataline.de.

Wie Mandantendaten in die Kanzlei kommen

Die Kanzlei-Software bestimmt, wie Mandanten ihre Lohndaten anliefern – und hier hat sich in den letzten Jahren am meisten verändert. Früher kam der Stundenzettel per Fax, heute übergeben HR-Systeme die Daten direkt:

  • Personio überträgt alle lohnrelevanten Daten mit einem Klick an DATEV – sowohl an LODAS als auch an Lohn und Gehalt. Wer die Abrechnung beim Steuerberater belässt, nutzt diese Übergabe; alternativ rechnet Personio Payroll inzwischen selbst ITSG-zertifiziert ab.
  • HRworks (HR-Suite für den Mittelstand, mindestens 20 Nutzer werden berechnet) führt eine vorbereitende Lohnabrechnung und übergibt an DATEV oder ADDISON; die eigentliche Abrechnung erstellt die Kanzlei.
  • Lohnbüros wie lohn24 arbeiten in die andere Richtung: Sie rechnen selbst ab und liefern der Kanzlei DATEV-kompatible Buchungsstapel für das Rechnungswesen.
  • Selbstabrechner-Software wie Lexware Office oder DATALINE exportiert Buchungsstapel im DATEV-Format, damit der Steuerberater die Lohnkosten in der Finanzbuchhaltung weiterverarbeiten kann – ohne selbst die Löhne zu rechnen.

Für die Kanzlei heißt das: Je mehr Mandanten über strukturierte Schnittstellen anliefern, desto weniger Erfassungsaufwand bleibt im Lohn. Für Mandanten heißt es umgekehrt, dass der Wechsel zwischen den Wegen – Kanzlei, Lohnbüro, selbst – technisch einfacher geworden ist als früher.

Du bist Mandant? Was das für dich bedeutet

Wenn du diese Seite liest, weil dein Steuerberater die Löhne abrechnet und du wissen wolltest, womit – dann ist die wichtigere Frage vielleicht eine andere: ob das für deinen Betrieb noch der richtige Weg ist. Die Kanzlei rechnet für die laufende Lohnabrechnung üblicherweise 15 bis 25 € je Mitarbeiter und Monat ab. Das ist fachlich einwandfrei und bringt einen Haftungspartner mit – aber es ist der teuerste der drei Wege.

WegKosten bei 10 MitarbeiternFür wen
Beim Steuerberater lassen150–250 €/MonatKanzlei macht ohnehin die komplette Finanzbuchhaltung; komplexe Fälle (Tarif, Altersteilzeit, Pfändungen); Haftungspartner gewünscht
Spezialisiertes Lohnbüro (Lohnhelden)ab 89 €/MonatStandardfälle und Baulohn, keine Zeit für Selbstabrechnung – fachlich dasselbe Ergebnis zum halben Preis
Selbst mit Software (Lexware Office)ab 12,90 €/Monat, staffeltBis etwa 10 Mitarbeiter mit Standardgehältern; Buchhaltung läuft digital im eigenen Haus

Netto, Stand September 2026, ohne Gewähr. Lohnhelden: 8,90 € je Abrechnungsfall; Lexware: Einstiegspreis des Lohn-Moduls, Staffel nach Mitarbeiterzahl.

Unsere Redaktion hat diesen Wechsel 2018 selbst gemacht – vom externen Lohnbuchhalter zur eigenen Abrechnung in Lexware Office – und spart seitdem jedes Jahr einen vierstelligen Betrag. Was du für den Umstieg von der Kanzlei brauchst (Stammdaten, Lohnkonten des laufenden Jahres, Betriebsnummer), steht im Ratgeber zur Lohnabrechnung beim Steuerberater →.

Lohnhelden anfragen → (Anzeige)Lexware Office testen → (Anzeige)

Häufige Fragen zur Lohnsoftware für Steuerberater

Überwiegend DATEV: Mit DATEV LODAS (Verarbeitung im DATEV-Rechenzentrum) und DATEV Lohn und Gehalt (vor Ort in der Kanzlei) werden nach Angaben von DATEV monatlich rund 14,5 Millionen Arbeitnehmer abgerechnet. Alternativen im Kanzleimarkt sind edlohn (eurodata, 56.000 Mandanten), Agenda und ADDISON (Wolters Kluwer).
LODAS rechnet im DATEV-Rechenzentrum und ist für große Mandantenbestände mit festem Monatslauf ausgelegt, außerdem kann es den öffentlichen Dienst abrechnen. Lohn und Gehalt läuft vor Ort in der Kanzlei und eignet sich für kleinere Mandanten und Abrechnungen außerhalb des Monatslaufs. Baulohn, Pfändungen und Meldeverfahren beherrschen beide; die Lizenzpreise sind identisch (ab 27,20 €/Monat classic).
Die Programmlizenz kostet laut DATEV-Preisliste (Stand 01/2026) 27,20 €/Monat (classic) bzw. 45,46 €/Monat (comfort), jede weitere Lizenz 7,93 bzw. 13,66 €. Dazu kommt je Arbeitnehmer und Monat ein Abrechnungsgrundpreis für die Cloud-Services, den DATEV nicht öffentlich nennt. Läuft die Abrechnung über den Steuerberater, zahlst du dessen Honorar – üblich sind 15–25 € je Mitarbeiter und Monat.
Ja: edlohn von eurodata (Cloud, ITSG-zertifiziert, 6,6 Mio. Abrechnungen/Jahr, Preis je Abrechnung), Agenda (Kanzlei-Komplettsystem, 380.000 Nutzer) und ADDISON von Wolters Kluwer. Für kleine Lohnbüros bis zehn Mandanten reicht DATALINE Lohnabzug (1.499 €/Jahr im Tarif XL).
Am einfachsten über eine HR-Software mit DATEV-Schnittstelle: Personio überträgt an LODAS und Lohn und Gehalt, HRworks an DATEV und ADDISON. Ohne HR-System reicht die monatliche Meldung der Bewegungsdaten (Stunden, Eintritte, Austritte, Krankmeldungen) über das Portal der Kanzlei.
Ja, am besten zum Monats- oder Jahreswechsel. Du brauchst von der Kanzlei die Stammdaten und Lohnkonten des laufenden Jahres; die Meldeverfahren laufen über deine Betriebsnummer neu aus der Software oder über das Lohnbüro. Lohnbüro Lohnhelden ab 8,90 €/Fall, Selbstabrechnung mit Lexware Office ab 12,90 €/Monat. Anleitung: Wechsel vom Steuerberater →

Für Kanzleien: DATEV oder edlohn. Für Mandanten: eine echte Wahl

Kanzleien entscheiden zwischen dem Standard DATEV und der Cloud-Alternative edlohn – beide mandantenfähig, beide mit Baulohn und Meldewesen im Kern. Als Mandant musst du die Kanzlei-Software nicht kennen, um die richtige Entscheidung zu treffen: Lohnbüro oder Selbstabrechnung kosten bei zehn Mitarbeitern 60 bis 240 € weniger im Monat als der Steuerberater.

Komplett abgeben ab 8,90 €/Fall: Lohnhelden. Selbst abrechnen ab 12,90 €/Monat: Lexware Office. Kosten für deine Mitarbeiterzahl →

Zum Lohnsoftware-Vergleich für Unternehmen →